Die Abteilung Mobilfunksysteme des Instituts für Nachrichtentechnik beschäftigt sich unter anderem mit der Modellierung von Funkkanälen. Notwendige Voraussetzung zur Kanalmodellierung ist die Verfügbarkeit eines Ausbreitungsmodells zur Vorhersage der in typischen Umgebungen zu erwartenden Empfangsleistung.
Derzeit findet die Modellierung des Ausbreitungsverhaltens am IfN vorrangig mittels eines selbst entwickelten Raytracing-Tools statt. Ein derzeit noch nicht berücksichtigter Effekt bei der Simulation mittels Raytracing ist der Einfluss waveguide-artiger geometrischer Strukturen. Derartige Strukturen treten in Anwendungsfällen unterschiedlicher Größenordnungen auf, beispielsweise als Straßenschluchten in urbanen Umgebungen, als Flure innerhalb von Gebäuden oder in Form von Korridoren zwischen den Bauteilen elektronischer Geräte. Die geometrischen Daten zur Beschreibung von Ausbreitungsszenarien stammen zudem je nach Anwendungsfall aus unterschiedlichen Quellen, beispielsweise von Katasterämtern oder aus 3D-Designtools wie Google Sketchup. Es existiert bereits ein Tool zur Szenarioverwaltung, welches in der Lage ist, Daten aus diesen Unterschiedlichen Quellen einzulesen und der Simulationsumgebung zur Verfügung zu stellen.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist neben der Konzeption und Implementierung einer Routine zur Erkennung waveguide-artiger Strukturen die Integration in die vorhandene Szenarioverwaltung. Zu diesem Zweck gliedert sich die Aufgabenstellung in die folgenden Punkte:
? Konzeption einer Methode zur Beschreibung von Waveguide-Strukturen in Szenariodaten
? Implementierung eines Tools zur Markierung derartiger Strukturen in vorhandenen Datensätzen aus den verschiedenen Anwendungsgebieten
? Anpassung der bestehenden Szenarioverwaltung für den Umgang mit den erweiterten Datensätzen